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Kapitel IX: Die Krankheit des Kronprinzen Friedrich

Inmitten aller Prüfungen und Heimsuchungen, die das Leben der Kronprinzessin störten, konnte sie sich fest auf die Liebe und Zuneigung ihres Gatten verlassen. Ihre gegenseitige Neigung war von keiner Wolke getrübt worden. Beide sahen mit den freundlichsten Erinnerungen auf die Vergangenheit zurück und blickten mit Vertrauen und Hoffnung in die Zukunft. Nun aber erschienen die ersten Anzeichen jener fürchterlichen Ereignisse, die bestimmt waren, jenes heitere Glück zu zerstören. Im Januar 1887 begann der damals sechsundfünfzigjährige Kronprinz zuerst an Heiserkeit zu leiden, und sein Leibarzt, Generalarzt Wegener, erkannte bald, daß das Leiden ernst genug war, um die Heranziehung eines Spezialisten zu erfordern. Es wurde also der Professor der Medizin an der Universität Berlin, Dr. Gerhardt, hinzugezogen; er stellte am 6. März ein kleines Gewächs auf dem linken Stimmband fest, konnte aber nicht sagen, ob es bösartiger Natur war oder nicht. Vierzehn Tage später, am 22. März, zeigte der Kronprinz während einer Rede, bei Gelegenheit des neunzigsten Geburtstages des Kaisers, unverkennbare Zeichen von Heiserkeit.

Dr. Gerhardt, der sich über die Natur der "Granula" unklar war, wollte sie chirurgisch entfernen. Die Behandlung schlug indessen fehl; nun brannte er sie auf elektrischem Wege aus, aber während als Ergebnis dieses Eingriffes oder vielmehr einer Reihe von Eingriffen das Gewächs verschwand, blieben die Heiserkeit und die Schmerzen bestehen, so daß dem Kronprinzen geraten wurde, nach Ems zu gehen, wohin er sich mit der Kronprinzessin am 13. April begab. Aus Ems schrieb die Kronprinzessin am 29. April an die Königin Victoria:

"Vielen Dank für Deine freundlichen Nachfragen nach Fritz. Seine Stimmung ist viel besser als in Berlin, und sein Hals scheint täglich besser zu werden. Die Reizung, Schwellung und Röte verschwinden schnell, er hustet nicht mehr und hat nicht das Gefühl des Wundseins, aber ein Teil der kleinen 'Granula', die Professor Gerhardt mit dem glühenden Draht nicht entfernen konnte, weil der Hals zu gereizt war, sitzt immer noch auf einem der Stimmbänder und muß entfernt werden, wenn wir nach Hause kommen; dann, hoffe ich, wird die Heiserkeit ganz verschwinden. Fritz hat guten Appetit, schläft gut und sieht wohl aus. Natürlich macht er keine langen Spaziergänge und geht auch nicht bergan, um sich nicht zu ermüden oder zu erhitzen und soll möglichst wenig sprechen."

Anfang Mai, bei der Rückkehr des Kronprinzen nach Berlin, fand Gerhardt indessen keine Zeichen der Besserung: die Heiserkeit blieb, und die Wunde war nicht geheilt. Nun wurde Professor Ernst von Bergmann, ein hervorragender Chirurg, liberaler Politiker und Freund des Kronprinzen, befragt; er gab der Meinung Ausdruck, daß das Gewächs durch einen operativen Eingriff entfernt werden sollte. Einen oder zwei Tage später, am 17. Mai, schrieb die Kronprinzessin an die Königin Victoria:

"Seit heute morgen ist mir das Herz sehr schwer, da die Ärzte, obgleich sie mit der allgemeinen Wirkung von Ems, das den Katarrh beseitigt hat, und mit Fritzens Befinden zufrieden sind entdeckt haben, daß das Gewächs auf dem Stimmband nicht eine einfache 'Granulation' auf der Oberfläche der Schleimhaut ist, die durch Berührung mit dem elektrischen Platindraht entfernt werden kann, sondern daß es wahrscheinlich ein, wie sie sagen, 'Epithelion' ist und daß man es nicht, wenn es entfernt werden muß, von der Innenseite des Halses aus erreichen kann, da es auch in einer Falte unter dem Stimmband sitzt, wo es nicht zu erreichen ist. Der berühmte Chirurg Professor Bergmann ist für eine Operation von außen; Du kannst Dir vorstellen, daß diese weder einfach noch klein ist. Ich war vor Schrecken mehr tot als lebendig, als ich dies hörte. Die Vorstellung, daß ein Messer seinen Hals berührt, ist schrecklich für mich. Natürlich weiß Fritz noch kein Wort davon. Zuzeiten ist er sehr bedrückt... Er denkt jetzt oft, daß sein Vater ihn überleben wird, und es wird mir schwer, ihm diese traurigen Gedanken auszureden, die glücklicherweise nicht sehr lange anhalten.

Heute findet ein neues Ärzte-Konsilium statt; ich werde in die Stadt gehen, um von ihnen zu erfahren, was sie denken und beschlossen haben...

Ich fürchte, daß eine Schwellung dieser Art mit der Zeit zu einem bösartigen und gefährlichen Gewächs werden kann, wenn sie nicht auf irgendeine Weise beseitigt wird. Ich hoffe und vertraue und glaube, daß für den Augenblick noch keine Gefahr besteht. Ich hoffe sehr, daß Bergmanns und Gerhardts Befürchtungen übertrieben sind..."

Gerhardt und Bergmann schlugen nun eine Operation vor, die als Thyrotomie bekannt ist und in einer Spaltung des Kehlkopfes und der Entfernung des Gewächses besteht, aber plötzlich schritt Bismarck ein:

"Die behandelnden Ärzte waren Ende Mai 1887 entschlossen, den Kronprinzen bewußtlos zu machen und die Exstirpation des Kehlkopfes auszuführen, ohne ihm ihre Ansicht angekündigt zu haben. Ich erhob Einspruch, verlangte, daß nicht ohne die Einwilligung des Patienten vorgegangen und, da es sich um den Thronfolger handle, auch die Zustimmung des Familienhauptes eingeholt werde. Der Kaiser, durch mich unterrichtet, verbot, die Operation ohne Einwilligung seines Sohnes vorzunehmen." (Bismarck, Gedanken und Erinnerungen, 33. Kap.)

Bismarck traf nun alle Vorbereitungen für ein weiteres Konsilium, in welchem die Meinungen der besten Spezialisten gehört werden sollten; dieser Konferenz wohnten nicht nur Gerhardt, Bergmann und Wegner, sondern auch Dr. Schrader, Leibarzt des Kronprinzen, Dr. Lauer, Arzt Kaiser Wilhelms I., und Professor Tobold, einer der hervorragendsten Berliner Kehlkopfspezialisten, bei. Sie sprachen am 18. Mai die Ansicht aus, daß Krebs vorliege und daß die von Bergmann vorgeschlagene Operation ausgeführt werden müsse. Nachdem Bismarck diesen Bericht gelesen und den Ernst der Lage erkannt hatte, bestimmte er, daß der beste Facharzt Europas, gleichgültig welcher Nationalität, sofort zugezogen werden sollte. Obgleich er in politischen Dingen heftiger Gegner des Kronprinzen war und die Einmischung der Kronprinzessin in die Staatsangelegenheiten, die seiner Ansicht nach bestand, mißbilligte, empfand er, daß alle Meinungsverschieden heiten angesichts dieser Frage über Tod und Leben gleichgültig waren. Zwei oder drei Fachärzte wurden empfohlen, von denen einer ein Österreicher, der andere ein Engländer war: Dr. Morell Mackenzie, dessen hervorragende Bedeutung in der Laryngologie von seinen Kollegen anerkannt wurde. Seine leichte Hand und seine operative Geschicklichkeit empfehlen ihn besonders, aber er war, wie die nachfolgenden Ereignisse bewiesen, vielleicht ein wenig taktlos, überempfindlich und etwas streitsüchtig.

Es ist viel darüber geschrieben worden, wer Mackenzie gewählt und berufen hat; man glaubte allgemein, daß die Kronprinzessin für die Hinzuziehung des englischen Arztes an das Krankenlager ihres Gatten verantwortlich gewesen sei, und es ist "ihr Mißtrauen gegen deutsche Heilmethoden", um die Worte eines neuen deutschen Geschichtschreibers zu gebrauchen "für sein tragisches und vorzeitiges Ende von vielen Seiten verantwortlich gemacht worden." Die Grundlage für diese irrige Ansicht ist in Behauptungen der deutschen Presse jener Zeit und den späteren Zeugnissen, wie dem des Dr. Henry Semon zu finden, der das Tagebuch seines Vaters, des verstorbenen Sir Felix Semon zitiert. Nach dieser letzten Darstellung fragte die Kronprinzessin den Dr. Wegner, wen er für den besten Halsspezialisten hielte. Dr. Wegner verwies in seiner Antwort auf Dr. Mackenzies Buch, das, ins Deutsche übersetzt, eine Vorrede von Sir Felix Semon enthielt, der Mackenzies Geschicklichkeit sehr bewunderte. Die Kronprinzessin depeschierte dann, nach Semons Angaben, an die Königin Victoria und bat sie, sich mit dem englischen Arzt in Verbindung zu setzen; auf den Wunsch der Königin reiste ihr Leibarzt, Sir James Reid, von Osborne nach London, um mit Mackenzie zu sprechen. In einem Briefe an die "Times" vom 25. Januar 1928 erzählt Dr. Henry Semon, daß seines Vaters unveröffentlichtes Manuskript feststellt: "Als Reid seine Botschaft ausgerichtet hatte, zeigte ihm Mackenzie ein Telegramm, das er von den deutschen Ärzten erhalten hatte, die ihn baten, sogleich nach Berlin abzureisen." Sir Felix Semon fügt bezüglich der Kronprinzessin hinzu, daß sie während ihrer Besprechung mit Wegner "Wegner befahl, eine Konsultation Mackenzies zu befürworten, nachdem sie meine Vorrede zur deutschen Übersetzung von Mackenzies Buch gelesen hatte; das Ergebnis war das offizielle Telegramm der deutschen Ärzte an Morell Mackenzie."

Es besteht aber noch eine andere Auffassung. Sir Rennell Rodd erzählt in der "Times" vom 1. Dezember 1926, daß die Kronprinzessin zu Beginn des Jahres 1887 zum Lunch in die englische Botschaft kam, um einer Taufe beizuwohnen und daß, als die Unterhaltung auch auf die Krankheit des Kronprinzen kam, Sir Edward Malet die Möglichkeit erwähnte, eine andere Diagnose zu bekommen; darauf habe die Kronprinzessin geantwortet, daß ihr die besten Fachärzte nicht bekannt seien. Fast unmittelbar nach dem Lunch besuchte Bismarck den Botschafter und teilte ihm in einer Unterhaltung über die Krankheit mit, daß Vorbereitungen getroffen worden seien, um einen englischen Spezialisten nach Berlin kommen zu lassen. Es scheint also kein Zweifel darüber zu bestehen, daß die Kronprinzessin an diesem Tage beim Lunch von der Existenz Morell Mackenzies nichts wußte, und daß ferner die eigentliche Berufung des englischen Spezialisten von den deutschen Ärzten, vermutlich auf Anraten und sicherlich mit voller Billigung Bismarcks, ins Werk gesetzt wurde. Sir Rennell Rodd veröffentlichte zur Bekräftigung seiner Darstellung dann weiter in der "Times" vom 18. Januar 1928 den folgenden, am 14. November 1887 vom englischen Botschafter, Sir Edward Malet, an den Grafen Herbert Bismarck, in Ausführung eines von der Königin Victoria ausgedrückten Wunsches, geschriebenen Brief. Die Königin hatte ihn gebeten, der Verbreitung von Gerüchten, die für die Kronprinzessin beleidigend seien, durch die Betonung der "wohlbekannten Tatsache" entgegenzutreten, daß die deutschen Ärzte selbst Mackenzie holen ließen:

"Lieber Graf Bismarck, wollen Sie so liebenswürdig sein und den angestrichenen Artikel in der heutigen Abendausgabe der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung ansehen. Sie werden bemerken, daß man auch die Königin von England dafür verantwortlich macht, die Behandlung des Kronprinzen einem englischen Spezialisten übergeben zu haben. Der Sinn ergibt, daß das Wort 'auch' sagen will, die andere Person wäre die Kronprinzessin. Es ist, wie Sie sicher auch wissen werden, eine Tatsache, daß die Kronprinzessin mit der Berufung Sir Morell Mackenzies nichts zu tun hatte, geschweige denn die Königin. Die Ansicht, daß die Kronprinzessin ihn ursprünglich kommen lassen wollte, tut ihr großes Unrecht und entbehrt der Wahrheit.

Würde es möglich sein, mit Rücksicht auf diesen Artikel, der wegen seines Erscheinens in dem offiziösen Blatt für wahr gehalten wird, autoritativ in derselben Zeitung oder im Reichsanzeiger festzustellen, daß Mackenzie auf Beschluß der den Kronprinzen behandelnden Ärzte berufen worden ist, daß die Kronprinzessin nicht einmal gefragt wurde, und daß bestimmt die Königin von England nichts damit zu tun hat?

Ich bin sicher, daß Ihre Ritterlichkeit Sie diese Dinge ebenso empfinden läßt wie mich.

Ich habe die Ehre usw. E. B. Malet.

Aus einer diesem Schreiben angehängten Bemerkung (fährt Sir Rennell Rodd fort) geht hervor, daß Graf Bismarck am nächsten Tage mit dem Botschafter über die Sache sprach. Er war der Ansicht, es sei nicht sicher, daß die Kronprinzessin Morell Mackenzie nicht vorgeschlagen habe und es sei gefährlich, die Angelegenheit durch eine Veröffentlichung zu verschlimmern, die von den deutschen Ärzten nicht unwidersprochen bleiben würde. Er wollte aber mit seinem Vater sprechen, ob irgend etwas getan werden könne. Die positive Aussage des Botschafters, daß das Gerücht der Wahrheit entbehre, war nicht nur durch seine Unterhaltung im vorhergehenden Mai mit der Kronprinzessin gerechtfertigt, als sie sagte, daß sie die großen Halsspezialisten nicht kenne, sondern auch durch die Mitteilung, die der Reichskanzler ihm gemacht hatte. Aber sein Appell an die Ritterlichkeit, eine falsche Ansicht richtigzustellen, blieb ohne Wirkung, so daß die Legende ohne Widerspruch allgemein als wahr angenommen wurde..."

Ein weiteres Zeugnis muß in Betracht gezogen werden: in dem offiziellen Bericht über die Krankheit des Kaisers Friedrich, der 1888 veröffentlicht wurde, wird klar gesagt, daß der Name Morell Mackenzies zuerst von Wegner ausgesprochen und dann von Gerhardt und Bergmann aufgenommen wurde.

Im Hauptpunkt stimmen alle Fassungen überein, daß nämlich die erste Bitte, die Morell Mackenzie erhielt, den Kronprinzen zu behandeln, von den deutschen Ärzten ausging, und auf dieses Verlangen hin handelte er.

Am nächsten Tage, dem 19. Mai, schrieb die Kronprinzessin, die erfahren hatte, daß die deutschen Ärzte an den englischen Facharzt telegraphiert hatten, ihrer Mutter:

"... Ich war gestern in Berlin, um mit den Ärzten zu sprechen, und Bergmann sagte mir, daß er keine Entscheidung über die Operation treffen würde, bevor Morell Mackenzie seine Ansicht geäußert habe. Würde aber Morell Mackenzie den Fall genau so betrachten wie er selbst, würde die Operation sofort vorgenommen werden. Fritz wird bis zum entscheidenden Augenblick nichts gesagt werden...

Ich verbrachte gestern einen schrecklichen Tag; es ist so schwer, gleichmütig zu erscheinen, wenn einem das Herz so schwer ist, und es ist sehr wichtig, daß er ißt und schläft und sich wohl fühlt bis zu diesem Augenblick...

... Alle Ärzte stimmen darin überein, daß Fritz bis jetzt ganz richtig behandelt worden ist, sind überzeugt, daß keine Zeit verloren wurde und überzeugt, daß nichts anderes hätte getan werden können; Professor Gerhardt sei die richtige Autorität zur Behandlung gewesen. Ich kann nicht viel telegraphieren, da man in Berlin bereits viel redet und das Volk Fritzens Erscheinen bei den Paraden usw. vermißt. Ich möchte kein unnützes Aufsehen erregen. Wenn M. M. bald ankommt, soll er natürlich an Dich und Sir W. Jenner schreiben, so daß Du auf dem laufenden gehalten wirst. Ich fürchte nicht etwa, daß Fritzens Leben in Gefahr ist; Gott sei Dank habe ich in dieser Beziehung keine Besorgnisse und glaube auch nicht, daß die Schwellung krebsartiger Natur ist; auch Bergmann glaubt dies nicht und sagt, daß sie nicht wiederkommen wird, wenn sie einmal entfernt worden ist. Aber ich bin unglücklich bei dem Gedanken, daß er seine liebe Stimme, die für ihn in seiner Stellung im Lande und in der Armee usw. so notwendig ist, verlieren könnte. Und ich weiß, daß dies eine schreckliche Prüfung für ihn bedeuten wird ..."

Am Abend des zwanzigsten traf Morell Mackenzie in Berlin ein. Nach einer vorläufigen, aber sorgfältigen Untersuchung teilte er mit, daß er nicht von der Notwendigkeit einer Operation überzeugt sei, und verlangte, daß ein Stück des Kehlkopfes entfernt und von Professor Rudolf Virchow, einem Gelehrten von europäischem Ruf als Anthropologe und Pathologe, einer mikroskopischen Untersuchung unterzogen würde. An diesem Abend schrieb die Kronprinzessin aus Berlin an die Königin Victoria:

"Dr. M. Mackenzie sagt, daß er eine Operation nicht befürworten könne, ehe er nicht ganz sicher ist, daß das Gewächs im Hals bösartiger Natur sei. Er hat noch Zweifel daran und will keine endgültige Meinung äußern, ehe er nicht Fritz öfter gesehen und den Hals ganz genau untersucht hat. Er will versuchen, ein ganz kleines Stückchen des Gewächses abzulösen, um es der mikroskopischen Untersuchung durch Professor Virchow unterziehen zu lassen, so daß man seine Natur genau erkennen kann - erst dann will er sagen, was zu tun ist. Oh, wie erleichtert bin ich. Ich werde heute nacht schlafen und meinen lieben Fritz ohne den furchtbaren Gedanken ansehen können, daß morgen der letzte Tag sein kann, den wir zusammen verbringen. Ich segne Dr. M. Mackenzie. Natürlich weiß ich, daß die Operation vielleicht trotzdem stattfinden muß!!

Fürst Bismarck besuchte mich heute nachmittag und war wirklich sehr liebenswürdig. Er teilte mir mit, seine Frau lasse, mir sagen, ich dürfe eine solche Operation nicht erlauben. Ich erwiderte, daß ich nichts zu erlauben habe - wir müßten uns dem unterwerfen, was die verantwortlichen Autoritäten als das beste erklären würden und hätten ihrem Rat zu folgen.

Der Kaiser hat nach folgenden Ärzten geschickt:
1. Professor Bergmann;
2. Professor Gerhardt;
3. Dr. Tobold (Spezialarzt für Laryngoskopie);
4. Dr. Wegnier;
5. Dr. Lauer (der Arzt des Kaisers);
6. Dr. Schrader (Wegners Assistent).

Sie müssen den Kaiser um die Erlaubnis fragen, eine so schwere Operation ausführen zu dürfen und ihm alles berichten, da sie Fritz nichts sagen dürfen. Ich bin sicher, daß der Kaiser kein Wort davon verstehen wird. Sie haben auch nach dem Hausminister geschickt und an die Kaiserin geschrieben!

Ich kann bestimmt behaupten, daß die deutschen Ärzte, nachdem sie mit Dr. M. Mackenzie gesprochen hatten, es viel weniger eilig mit der Operation hatten, als vor ihrer Begegnung mit ihm. Er scheint nicht gewußt zu haben, warum er gerufen wurde und hat leider infolgedessen seine Instrumente nicht mitgebracht.

Wir bleiben über Nacht hier und fahren morgen zurück, nachdem Dr. Mackenzie versucht hat, einen kleinen Teil des Gewächses loszulösen, eine sehr schwierige Aufgabe, die vielleicht erst bei der vierten oder fünften Wiederholung gelingen wird..."

Am folgenden Tage nahm Mackenzie eine neue Untersuchung vor und löste diesmal ein winziges Teilchen aus dem Kehlkopf, das er Virchow zur Untersuchung gab. Virchow konnte kein Anzeichen von Krebs entdecken, meinte aber, daß das Fragment zu klein sei und ein anderes genommen werden solle. Nun gingen die Ansichten Mackenzies und einiger der deutschen Ärzte auseinander. Bergmann und Gerhardt behaupteten, daß der klinische Befund auf Krebs hindeute, Mackenzie konnte dem nicht beistimmen, bis ein klarer Beweis vorliege.

Am nächsten Tage, dem 22. Mai 1887, schrieb die Kronprinzessin an Königin Victoria:

"Heute morgen brachte Wegner Virchows Bericht über das kleine Fragment des Gewächses. Er kann kein Anzeichen von Krebs entdecken, aber das Fragment war zu klein, so daß morgen ein anderes entfernt werden muß, was sehr viel schwerer sein wird, da das Gewächs durch das kleine weggenommene Stück an Größe verloren hat; infolgedessen ist es sehr schwer zu fassen und mit den deutschen Instrumenten kann Dr. Morell Mackenzie nicht arbeiten. Er hat um seine eigenen telegraphiert, die heute nacht um 10 ankommen. Morgen früh will er (nur in Wegners und Gerhardts Anwesenheit) versuchen, das Stück, das er braucht, zu bekommen. Er glaubt immer noch, daß das Gewächs gutartig ist, bis das Gegenteil durch Virchows Untersuchung tatsächlich bewiesen wird. Er ist der festen Meinung, daß bis dahin über diese schreckliche Operation nicht entschieden werden dürfe! Natürlich ist die Ungewißheit furchtbar für mich, aber ich gestehe, daß die Hoffnung, die mir bleibt, ein großer Trost ist, und da ich Sanguinikerin bin, halte ich sie fest...

Ich kann mich nicht dazu entschließen, das Schlimmste zu denken, es scheint mir zu grausam. Ich glaube, daß alles irgendwie in Ordnung kommen und nur die Erinnerung an diese schreckliche Zeit bleiben wird, was schon schlimm genug wäre."

Dieser Brief einer Tochter an ihre Mutter zeigt die Haltung der Kronprinzessin ganz deutlich; es dürfte hier von Vorteil sein, die Ursachen zu betrachten, die ihre Ansichten beeinflußt haben könnten.

Der Deutsche Kaiser Wilhelm I. war bereits über neunzig Jahre alt und konnte nach dem natürlichen Verlauf des Lebens die Bürde der Herrschaft nicht mehr lange tragen. Der Kronprinz würde im normalen Verlauf der Ereignisse ihm als sein Erbe folgen. Wenn er aber an einem unheilbaren Leiden litte, das ihn für die Ausübung der Herrschermacht untauglich erscheinen ließe, dann sollte er nach einer weitverbreiteten Ansicht zugunsten seines Sohnes, des Prinzen Wilhelm, übergangen werden. Schon wurde das furchtbare Wort "Krebs" in weiten Kreisen ausgesprochen, und es war sicher, daß, wenn sich die Krankheit als bösartig erweisen sollte, behauptet werden würde, "ein Herrscher, der nicht sprechen könne, sei auch nicht imstande, zu regieren". Gerüchte liefen um, die besagten, daß die Hausgesetze der Hohenzollern einen Thronerben ausschlössen, der an einem unheilbaren körperlichen Leiden erkrankt sei; aber in Wahrheit enthielten diese Gesetze nichts dergleichen, und die Kronprinzessin muß gewußt haben, daß einer etwaigen Thronbesteigung ihres Gatten kein solches Hindernis im Wege stand. Über diesen Punkt hat sich später Bismarck mit Autorität geäußert. "Die Hausgesetze", schrieb er, "enthalten keine Bestimmung darüber, ebensowenig wie der Text der preußischen Verfassung."

Die Kronprinzessin hielt, wie ihre Mutter, stark an der königlichen Macht fest; infolgedessen sagten gewissenlose Menschen später, die Kronprinzessin habe damals aus diesen Gründen die Krankheit nicht als Krebs festgestellt zu sehen gewünscht und mit ihren Ansichten Morell Mackenzie beeinflußt. Für eine solche Anklage ist nicht das geringste Beweismaterial vorhanden. Mackenzie und den anderen Ärzten wurde freie Hand gelassen, vorausgesetzt, daß sie die Einwilligung des Patienten hatten; ihre Meinungen und die Behandlung waren völlig frei und von der Kronprinzessin unbeeinflußt. Alles, was die Kronprinzessin wirklich tat, war, was neunundneunzig von hundert deutschen oder englischen Frauen an ihrer Stelle getan hätten, nämlich am meisten dem Spezialisten zu vertrauen, der die größte Hoffnung auf die völlige Wiederherstellung des Kranken zu geben wußte. Natürlich wünschte sie nicht, ihren Gatten, den sie liebte, einer überflüssigen Operation unterzogen zu sehen; so begrüßte sie mit höchster Freude am nächsten Tage Morell Mackenzies und Virchows Bericht, daß auch das zweite Teilchen aus dem Kehlkopf keine Zeichen eines Krebsgeschwüres er kennen ließe. Darauf wurde der Gedanke an eine Operation faltengelassen, nicht ohne daß die, welche sie vorgeschlagen hatten, die Professoren Gerhardt und Bergmann, widersprachen. Gerhardt behauptete später, daß Mackenzie bei der Operation das gesunde rechte Stimmband beschädigt habe, eine Anklage, die Mackenzie auf das schärfste zu rückwies. Es wurde Mackenzie auch vorgeworfen, mit Absicht ein Teilchen der gesunden Seite des Halses ge nommen und an Virchow geschickt zu haben, aber es ist ganz unfaßlich, daß ein Mensch von Mackenzies Ruf so etwas tun sollte. Auch ist durchaus kein vernünftiger Grund zu finden, warum er versucht haben sollte, mit Absicht Virchow und die Kronprinzessin zu täuschen. Man muß sich daran erinnern, daß damals die Anfangsstadien des Krebses schwer zu erkennen waren. Es sind jetzt Krankheiten harmloser Natur bekannt, die dem Krebs so ähnlich sind, daß die größten Sachverständigen keinen Unterschied finden können. Daher konnte in jener Zeit auch der geschickteste Facharzt in diesem besonderen Falle nichts beweisen, sondern nur behaupten oder leugnen, daß Krebs vorliege.

Auf jeden Fall waren Mackenzie und die beiden deutschen Ärzte nun unheilbar verfeindet.

Mackenzie wünschte jetzt dringend, daß der Patient "wie ein gewöhnlicher Sterblicher" in seine Klinik nach England kommen sollte, und die Kronprinzessin stimmte dem Vorschlag zu. Am 24. März 1887 schrieb sie an ihre Mutter:

"... Wir sind jetzt sehr hoffnungsvoll und beruhigt über Fritzens Hals. Er hat zwar augenblicklich gar keine Stimme, und sein Hals ist wund und schmerzhaft, aber das kommt nur von der kleinen Operation, durch die ein Stückchen des Gewächses entfernt worden ist. Ich hoffe, ich kann Dir morgen mehr erzählen, wenn Wegner, Gerhardt und ihre Kollegen sich mit Dr. Morell Mackenzies Ansichten und Vorschlägen auseinandergesetzt haben. Er glaubt, daß er Fritz durch eine Halsbehandlung von innen her heilen kann. Aber natürlich kann man nicht jeden Tag am Hals herumarbeiten. Es würde schmerzhaft sein und eine allgemeine Entzündung, Schwellung und Reizung hervorrufen; alles muß geschehen, um dies zu vermeiden und das Gewächs nach und nach ganz zu beseitigen. Wenn die anderen Ärzte infolge Virchows Untersuchungen sich dieser Meinung anschließen, glaube ich, brauchen wir nicht mehr ängstlich, sondern nur noch besorgt und gewissenhaft zu sein, um die beste Behandlung ins Werk zu setzen. Natürlich ist das Berliner Publikum sehr beunruhigt, da einiges von der Angst, in der wir uns befinden, durchzusickern beginnt.

Später.

Gerhardt, Wegner und Dr. M. Mackenzie waren heute morgen mit Fritzens Hals sehr zufrieden. Ein weiteres Konsilium soll stattfinden, und dann will Dr. M. M. nach Hause fahren. Wegner und die anderen wollen, daß seine Anweisungen hier ausgeführt werden und wünschen dann die Behandlung Tobold zu überlassen. Ich glaube aber, daß dies Verwirrung geben würde und es besser für Fritz wäre, nach Brighton, St. Leonards, zu gehen, damit die Behandlung von Dr. M. M. selbst ausgeführt werden kann; ich wage aber nicht dies vorzuschlagen, da es die Leute hier beunruhigen und auf mich ärgerlich machen würde; wenn sie es vorschlagen würden, wäre es etwas anderes, aber ich glaube nicht, daß sie das tun werden!

Gerhardt sagt, daß die Behandlung langsam ausgeführt und nicht übereilt werden dürfe; er hat den Wunsch, daß M. M. sie selbst übernimmt. Ich überlasse es ihnen, die Sache unter sich auszumachen und werde mich nicht hineinmischen."

Gerhardt teilte seine Ansicht früh der Kronprinzessin mit, die am 2. Juni an die Königin Victoria schrieb:

"Ich sprach gestern abend mit Professor Gerhardt und bat ihn, mir seine genaue Ansicht mitzuteilen, er sagte mir: 'Ich sehe die Sache von Woche zu Woche ernster an. Das Stückchen, welches Mr. Mackenzie fortgenommen hat, ist wieder gewachsen - die Geschwulst ist in Eiterung übergegangen usw. -, jetzt ist auch die andere Seite des Halses, das andere bisher freigebliebene Stimmband ergriffen - ein Substanzverlust ist schon vorhanden. Wenn nicht Dr. M. Mackenzie helfen und heilen kann, so gibt es keine Rettung außer der Operation, der Laryngotomie - und zwar unter viel schlechteren Bedingungen als vor vierzehn Tagen! Also ist und bleibt meine einzige Hoffnung, daß Dr. M. Mackenzie in seiner Auffassung recht behalten und daß es seiner Behandlung gelingen möge, denn wir haben nichts mehr vorzuschlagen'

Du kannst Dir denken, daß mich dies sehr unglücklich macht! Gott sei Dank ahnt Fritz nichts davon und auch das Publikum wird nichts davon erfahren, wenn die Ärzte nichts sagen; ich habe sie angefleht, dies nicht zu tun. Ich spreche mit keinem Menschen darüber, fühle mich aber sehr elend und meine Nerven sind durch die fortwährende Angst, Unsicherheit und die Anstrengung, unbefangen zu erscheinen, stark mitgenommen. Die Ärzte wünschen, daß Dr. M. Mackenzie noch einmal herkommt und ein Konsilium mit ihnen abhält. Dann sollen wir nach England gehen und Professor Gerhardt für eine kurze Zeit mit uns nehmen. Später wird dann einer von den anderen an seiner Stelle kommen, um über den Verlauf und das Ergebnis der Behandlung und über Fritzens Gesundheitszustand zu berichten. Ich habe mich nach kleinen ruhigen Hotels in der Nähe von London erkundigt, in die wir gehen könnten, so daß Fritz nicht in der Stadt wäre, aber jeden Tag zu Dr. M. M. gehen oder ihn wenigstens täglich sehen könnte. Fritz darf nicht sprechen, muß sich also vollkommen allein halten! Seine einzige Hoffnung, sein einziger Wunsch besteht darin, am 21. [zu Königin Victorias Jubiläum] in der Westminster-Abtei zu sein und den Kaiser zu vertreten. Ich habe dies dem Kaiser gestern gesagt, und er ist einverstanden, wenn die Ärzte es erlauben. Wenn Mr. Mackenzie damit einverstanden ist, könnten wir dann Anfang oder Mitte Juli nach Norris Castle gehen ... Von dort hoffe ich zu allen Festen kommen zu können, zu denen Du mich einlädst; er darf es allerdings nicht. Es ist sehr hart für ihn, und er ist entsetzlich niedergeschlagen, da er gerne ausgehen, viele Menschen und Dinge in London sehen möchte und sich schon lange auf Dein Jubiläum freut! Er ist auch sehr ärgerlich auf Wilhelm, der sich gern in den Vordergrund drängen und seinen Platz einnehmen möchte, ohne ihn zu fragen usw. Wie schmerzlich, unangenehm und enttäuschend dies alles für uns ist; wir müssen es ohne Murren tragen; solange es mit seinem Halse gut geht und Dr. Mackenzies Meinungen und Hoffnungen und die Versprechungen, die er gemacht hat, bestehen bleiben, müssen wir zufrieden sein! ...

Die Leute hier würden es wegen des Alters des Kaisers gar nicht gern haben, wenn Fritz das Land verläßt; trotzdem ist es klar, daß er nach England müßte, um sich dort von dem einzigen Menschen behandeln zu lassen, der gesagt hat, er glaube ihn heilen zu können!! ..."

In England wurden zu dieser Zeit Vorbereitungen zur Feier des fünfzigjährigen Regierungsjubiläums der Königin Victoria getroffen. Der Kronprinz war zum Stellvertreter des Deutschen Kaisers ernannt worden, obgleich der Vorschlag gemacht wurde, Prinz Wilhelm an seine Stelle zu bringen; der Kronprinz wollte die Gelegenheit seines Besuches in England benutzen, um sich der Behandlung zu unterziehen, die Mackenzie vorgeschlagen hatte.

Inzwischen waren die Ärzte immer noch verschiedener Meinung. Bergmann und Gerhardt hielten an ihrer Ansicht, Mackenzie, durch Virchows Analyse unterstützt, hielt an der seinen fest. Der Kronprinz, das deutsche Kaiserpaar und Bismarck wußten von dieser Unstimmigkeit: sie überließen es den Ärzten, zu entscheiden, was das Beste sei. Die deutschen Ärzte bewiesen aus Statistiken, daß die von ihnen empfohlene Operation in sieben von zehn Fällen erfolgreich war: Mackenzie glaubte, daß er in zwei Monaten eine erfolgreiche Kur durchführen könne.

Am 3. Juni schrieb die Kronprinzessin an Königin Victoria:

"Ich schwebe noch zwischen Furcht und Hoffnung und kann mich nicht zu dem Glauben bekehren, daß die deutschen Ärzte recht haben! Die Menschen quälen mich mit Fragen - einige meinen, es sei meine Schuld, wenn Fritz in England etwas geschehe usw. Wegner fürchtet den Gedanken, daß die Anschwellung plötzlich im Laufe von wenigen Stunden so groß werden könnte, daß Erstickungsgefahr vorliegt und sofort die Tracheotomie vorgenommen werden müßte; er meint, wir sollten deswegen nicht abreisen! Diese Furcht scheint mir übertrieben, und der Fall sehr unwahrscheinlich, aber ich bin kein Arzt! Andere wiederum quälen sich mit dem Gedanken, daß Fritz in England hilflos bettlägerig sein und der Kaiser sterben könnte, wenn er nicht zu erreichen wäre!!! Alles das ist immerhin möglich, aber wir können uns nicht als Gefangene betrachten und nicht aus Furcht vor möglichen Ereignissen eine vielversprechende Kur unterlassen.

Der liebe alte Roggenbach [Baron v. Roggenbach, der preußische Vertreter in Frankfurt a. M.] war für zwei Tage hier, und ich kann Dir nicht sagen, mit welcher rührenden und väterlichen Sorge er uns seinen Rat gab - wirklich so gut und herzlich! Er wünscht dringend, daß Fritz nach England geht und glaubt auch, daß es Fritz auf das schlimmste erschrecken und niederdrücken würde, wenn er am 21. nicht nach der Westminster-Abtei gehen dürfe. Er ist voll ernster Befürchtungen, glaubt aber - es geschehe, was wolle -, daß die furchtbare Laryngotomie nicht gestattet werden solle. Sie ist zu gefährlich und würde auch bei günstigem Verlauf den Patienten zum gebrochenen Manne machen. Ein anderer alter und väterlicher Freund, auf dessen Ergebenheit ich mich verlassen kann, ist der ausgezeichnete General W. von Loë - er ist ein berühmter und hervorragender Kavallerie-General; trotzdem sonderbarerweise Wilhelm einer seiner größten Bewunderer ist, weiß er sehr gut, daß es sehr gefährlich sein würde, wenn ein so junger Mensch die Aufgabe auf sich nähme, die ein greiser Herrscher von neunzig Jahren hinterläßt! Das Volk ist erregt, nervös, ängstlich und besorgt; ich will froh sein, wenn Dr. M. Mackenzie wiederkommt und von neuem alle unsere Furcht zerstreuen kann! Ich habe ein instinktives Gefühl, daß sie nicht auf eine Tatsache begründet ist, aber jeder Zweifel ist sehr unangenehm und quälend, vor allen Dingen, da man ihn vor dem lieben Kranken sorgfältig geheim halten muß, der oft sehr gedrückt ist...

Ich muß Dich um etwas bitten! Unter den gegenwärtigen Umständen würde es für den Augenblick für uns eine große Erleichterung bedeuten, wenn wir alle unsere privaten Papiere nach England bringen könnten. Würdest Du erlauben, daß sie in dem Safe eingeschlossen werden, der sich neben Papas Bibliothek im Buckingham-Palast befindet? Wir würden uns viel glücklicher fühlen. Ich kann Dir mehr darüber sagen, wenn wir uns treffen."

Mackenzie zweifelte jetzt an der Richtigkeit der Diagnose, die auf der Untersuchung der kleinen Kehlkopfteilchen beruhte, und bestimmte, ohne Gerhardt zu benachrichtigen, daß zwei weitere Teilchen entfernt werden sollten, damit er auf die eine oder andere Weise ganz sicher sein könne. Also wurde am 8. Juni eine neue Operation ausgeführt. Der Kronprinz war jetzt bei guter Gesundheit und freute sich außerordentlich auf seinen Besuch in London, um an den Jubiläumsfesten teilzunehmen. Am Tage nach dieser Operation schrieb die Kronprinzessin an die Königin Victoria:

"Ich kann Dir heute viel leichteren Herzens schreiben, da Dr. M. Mackenzie im Hals seit der letzten Untersuchung keine neuen ungünstigen Symptome gefunden hat. Er hat zwei kleine Teile des Gewächses weggenommen, die Virchow wieder untersuchen will. Ich hoffe, dann werden die Ärzte, die dem ungläubigen Thomas gleichen, endlich glauben, daß die Krankheit harmloser Natur ist! Natürlich kann Mackenzie nicht darauf schwören, daß dieses harmlose Gewächs nicht ein bösartiges werden kann, aber er sieht keinen Grund zu dieser Annahme. Das einzige, was der besten Prognose entgegensteht, ist, daß Fritz in einem Alter ist, in dem Gewächse gewöhnlich nicht unschuldiger Natur sind..."

Virchows Bericht über die aus der zweiten Operation stammenden Teilchen bestärkten Mackenzies Meinung.

"Trotz der genauesten Untersuchung", berichtete er, "konnte ich nichts entdecken, das pathologische Veränderungen aufwies, die der Rede wert sind... Die gute Verfassung der Gewebe an den Schnittstellen gestattet eine günstige Prognose, aber" , fügte er hinzu, "ob eine solche Prognose im Hinblick auf den ganzen Verlauf der Krankheit gerechtfertigt ist, kann mit Sicherheit aus dem Befund der beiden exstirpierten Stücke nicht geschlossen werden. Jedenfalls ist in ihnen nichts enthalten, was auf einen ernsteren Verlauf der Krankheit schließen lassen könnte."

Die Erleichterung der Kronprinzessin infolge dieses Berichtes kann man sich vorstellen.

Der Schauplatz des Dramas wurde nun nach England verlegt, denn das kronprinzliche Paar reiste ab, um Königin Victorias Jubiläum beizuwohnen und gleichzeitig die Behandlung, welche Mackenzie vorgeschrieben hatte, anzuwenden. Wegner und Landgraf (Professor Gerhardts laryngologischer Assistent) begleiteten die königliche Reisegesellschaft, die am 14. Juni in England ankam. Als die Königin Victoria am 21. Juni in feierlicher Prozession vom Buckinghampalast zur Westminsterabtei geleitet wurde, ritt in der Kavalkade von 32 Fürsten die hohe lohengrinartige Gestalt des deutschen Kronprinzen in der weißen Uniform mit dem silbernen Brustschild und dem Adlerhelm - eine tragische Gestalt, nach außen die Verkörperung von fürstlicher Pracht und fürstlichem Glanz, im Innern aber überzeugt, daß, wenn der Krebs seine Würgerhand um ihn gelegt habe, die Tage seines Lebens gezählt seien.

Nach Schluß der Jubiläumsfestlichkeiten verbrachte das kronprinzliche Paar zwei Monate in England, erst in Norwood, dann auf der Isle of Wight, zuletzt in Schottland. Während dieses Aufenthaltes wurde ein anderer Arzt, Dr. Mark Hovell, zu einem Konsilium herangezogen. Mackenzie wünschte, daß die Abwesenheit des Kronprinzen vom deutschen Hofe verlängert würde, aber die schwache Gesundheit des neunzigjährigen deutschen Herrschers verlangte gebieterisch seine Rückkehr nach Berlin, wenn die Ereignisse nicht in der Schwebe oder in den Händen des Prinzen Wilhelm gelassen werden sollten. Die Kronprinzessin focht, wie sie selbst sagte, mit Zähnen und Nägeln für die Verlängerung des Aufenthaltes ihres Gatten in England. Sie schrieb am 30. August an ihre Mutter:

"... Ich habe aus Berlin Briefe von einflußreichen Personen bekommen, die behaupten, daß Fritz nach Hause kommen müsse, daß seine Gesundheit nur so lange an erster Stelle stände, als eine tatsächliche Lebensgefahr bestünde, daß er kein Privatmann sei und infolgedessen nicht nur tun könne, was für sein Befinden am besten ist, daß der Kaiser oft verhindert werden müsse, sich an den Regierungsgeschäften zu beteiligen, daß die Dinge nicht in der Schwebe bleiben oder Wilhelms Händen überlassen werden könnten, und daß Fritz infolgedessen Potsdam und Berlin nicht verlassen dürfe. Ich muß diese Ansichten mit Zähnen und Nägeln bekämpfen! Es wäre Wahnsinn, Fritzens Behandlung zu unterbrechen, während er sich auf dem Wege der Besserung befindet, aber noch nicht ganz gesund ist. Ich kenne das Leben dort, die Strapazen, die beständigen Besuche und Pflichten ohne Ende!! Er würde niemals seine Stimme heilen... Das Kaiserpaar und Bismarck wünschen, daß Fritz erst ganz ausgeheilt wird, aber ich gebe zu, daß sie die Gründe, die von den anderen Leuten, den Generälen usw. angeführt werden, nicht sehen oder kennen... Es ist hart, daß, weil der Kaiser immer kleine Anfälle hat, Fritz nicht auf seine eigene Weise gesund werden soll!! Es scheint mir, als opfere man die Zukunft der Gegenwart. Fritz schreibt mir voller Freude, daß Du so gütigerweise versprochen hast, Dr. Mackenzie in den Adelsstand zu erheben - er freut sich ganz besonders über Deine Freundlichkeit und ist Dir sehr dankbar."

Der Kampf, den die Kronprinzessin ausfocht, um die Rückkehr ihres leidenden Gatten in die hastige Geschäftigkeit Berlins zu verhindern, war erfolgreich; als das kronprinzliche Paar am 3. September England verließ, begaben sie sich auf Sir Morell Mackenzies Rat nach Toblach in Tirol. Dr. Hovell allein begleitete sie, aber nach einigen Tagen stieß Oberstabsarzt Schrader, Leibarzt des Kronprinzen, zu ihnen.

Das kronprinzliche Paar war von den höchsten Offizieren ihrer Suiten nach England begleitet worden; es war ein unglücklicher Zufall, daß in Bahnoral zwischen dem Hofmarschall des Kronprinzen, dem Grafen Leszczyc von Radolin-Radolinsky, und dem Privatsekretär und Oberhofmeister der Kronprinzessin, Grafen Seckendorff, ein Streit ausbrach. Der Grund der Mißhelligkeiten lag fünf Jahre zurück, als Radolinsky der Suite des Kronprinzen zugeteilt worden war, um Seckendorff zu überwachen.

In Toblach hörte die Kronprinzessin mehr von den Intrigen und Machenschaften, die zugunsten des Prinzen Wilhelm angezettelt wurden, um den Kronprinzen beiseitezuschieben. Es wäre leichter gewesen, diesen entgegenzutreten und sie wirkungslos zu machen, wenn der Kronprinz und die Kronprinzessin nach Berlin zurückgekehrt wären, wo Prinz Wilhelm und Graf Herbert Bismarck, der Sohn des greisen Staatsmannes, jeden Tag an Macht und Einfluß gewannen. Aber die Gesundheit ihres Gatten stand der Kronprinzessin, an erster Stelle; sie schrieb am 14. September an ihre Mutter:

"Du wirst Dich entsinnen, wie ernstlich wir wünschten, daß Wilhelm Potsdam verlasse, um aus der Berliner und Potsdamer Umwelt herauszukommen, die gesellschaftlich und politisch so schlecht für ihn ist; es wird ihm dort geschmeichelt, er wird verdorben und macht mit dem Kaiser, was er will! Alle älteren Generäle waren unserer Ansicht. Wir hören heute, daß Wilhelm alle diese Versuche und Pläne zunichte gemacht und den Kaiser zu der Entscheidung bewogen hat, daß er in Potsdam bleiben soll (d. h. daß er den halben Tag im Auswärtigen Amt mit dem Sohn und den Satelliten des 'großen Mannes' und den Abend mit der Kaiserin zubringt). Fritz ist sehr ärgerlich; man schreibt an ihn, um ihm zu sagen, wie notwendig seine Anwesenheit in Berlin sei, um Wilhelm ein wenig in Schach zu halten! Aber Fritz kann und darf nicht nach Berlin gehen. Seine Stimme ist viel heiserer und der Hals nicht so gut, aber es wechselt, und heute ist er nicht so rot wie gestern."

Während des Toblacher Aufenthaltes schien sich die Gesundheit des Kronprinzen zu bessern, und in vielen deutschen und englischen Zeitungen wurde Mackenzie als der Mann bezeichnet, der den Kronprinzen vor einer gefährlichen und überflüssigen Operation bewahrt habe.

In Berlin wurden in dieser Zeit Vorbereitungen getroffen, um den 25. Jahrestag der Ernennung des Fürsten Bismarck zum Premierminister zu feiern. Die Kronprinzessin fand, daß viel zuviel daraus gemacht würde und schrieb am 27. September, ehe man Toblach verließ, das nun zu feucht und kalt für den Kranken wurde, um nach Venedig zu gehen, an die Königin Victoria:

"Wir reisen morgen in der Frühe ab. Leider hat das Wetter heute den ganzen Nachmittag verdorben, so daß ich fürchte, unsere lange Fahrt morgen wird nicht sehr angenehm werden... Aus Deutschland höre ich, daß es überall sehr kalt ist, so daß ich über unsere Reise nach dem Süden sehr froh bin. Wieviel Wesens ist aus dem 25. Jahrestag der Amtsernennung des Fürsten Bismarck gemacht worden. Mehr als ein trauriger und bitterer Gedanke erfüllt uns, wenn wir an die Mittel denken, die er angewandt hat, um Großes zu erreichen, an das viele Köstliche, das er zerstört, an die guten und nützlichen Männer, deren Leben und Ruf er vernichtet, an die schlimme Saat, die er ausgestreut hat, deren Früchte wir eines Tages ernten werden.

Es ist vielleicht nicht seine Schuld, er ist ein Mann aus dem Mittelalter - mit den Ansichten und Grundsätzen jener dunklen Tage, als die Meinung des Stärkeren auch immer als die beste genommen wurde, als alles Menschliche, Moralische, Fortschrittliche und Zivilisatorische für töricht und lächerlich und ein christlicher liberaler Geist für unpraktisch galt. Die junge Generation sieht seinen Ruhm und seinen Erfolg und ist stolz darauf, sich in der Sonne seines Glanzes und seiner Berühmtheit zu wärmen. Er hat Großes geleistet und besitzt gegenwärtig unvergleichliche Macht und unbestrittene Stärke. Oh, wenn er sie nur für das Gute verwenden wollte, wie würde ich ihn bewundern und segnen! Er hat Deutschland groß gemacht, aber nicht verstanden, ihm Liebe, Freiheit und Glück zu verschaffen; niemals hat er die ungeheuren Mittel des Landes für das Gute verwandt! Despotismus ist der Grundzug seines Wesens; auf die Dauer kann das nicht richtig oder gut sein."

Aus Venedig schrieb die Kronprinzessin am 5. Oktober an Lady Ponsonby:

"... Ich wollte, Sie wären hier mit uns in Venedig. Ich würde so gerne mit Ihnen spazierengehen, wir würden beide nicht aus der Bewunderung herauskommen. Ich muß meine Begeisterung zum großen Teil auf Flaschen ziehen, um meine Reisegefährten nicht zu langweilen, die sie nicht teilen. Ich bin nicht in der Lage, mich wie sonst leichten Herzens zu freuen, da der Kronprinz natürlich nur wenig außer Hause sein und nicht sprechen darf! Allerdings will er nicht den strengen Vorschriften der Ärzte gehorchen, seine Stimme so wenig wie möglich zu gebrauchen! Es ist in einer Stadt beim Ausgehen, das ihn natürlich amüsiert und interessiert, sehr schwer.

Morgen reisen wir nach Baveno und haben dort hoffentlich vierzehn Tage schönes Wetter. Ich vermisse die Spaziergänge und die reine Luft, die schönen Nadelwälder und die herrliche Umgebung von Toblach sogar hier im entzückenden Venedig.

Dr. Mackenzie ist im ganzen zufrieden, aber augenscheinlich ist die Erkältungsempfindlichkeit des Halses sehr groß. Der leichteste Wechsel verursacht Anschwellungen und Kongestionen, Schmerzen und Heiserkeit und verlangsamt und hindert natürlich den Fortschritt. Das macht den Kronprinzen ungeduldiger und mehr bedrückt, als es nötig wäre, und Briefe aus Berlin, welche die Notwendigkeit einer Rückkehr nach Deutschland und den schlechten Eindruck betonen, den unsere Abwesenheit macht, sind sehr störend.

Graf Radolinsky schreibt mir, daß man mir zur Last legt, meinen Gatten von Berlin fernzuhalten. Ich antwortete ihm, daß nach meiner Ansicht eine solche Beschuldigung ebenso ungerecht und töricht wie feindselig und unverschämt sei. Was auch immer Schlimmes geschehen mag, ganz gleichgültig was es ist: man schiebt mir die Schuld in die Schuhe. Der Hof und die offizielle Welt halten mich für einen ausgezeichneten Sündenbock. Es ist in gewisser Weise ziemlich schmeichelhaft für mich, da es beweist, daß sie mich für zu anständig halten, um sie eines Tages mit gleicher Münze zu bezahlen. Die meisten dieser liebenswürdigen Leute sind nicht wert, zu Boden geschlagen zu werden, auch wenn man die Kraft hätte, einige Faustschläge auszuteilen. Ich habe in anderen Kreisen so viele gute und aufrichtige Freunde, daß jene mir gleichgültig sind. Aber manchmal fühle ich die Undankbarkeit, die mir entgegengebracht wird, sehr schmerzlich, da ich mir bewußt bin, in Berlin so liebenswürdig und höflich zu jedermann zu sein, wie ich kann, den Menschen so viel Gutes zu tun und ihnen zu gefallen, als es mir möglich ist. Aber es gibt welche, die von mir nicht gut behandelt sein wollen. Ich bin eine Engländerin, bei der man liberale, freidenkerische und künstlerische Tendenzen argwöhnt. Ich habe 'kosmopolitische' und 'humanitäre' Empfindungen und andere, die in den Augen Bismarcks ein Greuel sind; so werde ich mit dem Etikett 'verdächtig' und 'gefährlich' von der Clique versehen, die jetzt allmächtig ist. Ich kann es nicht ändern, halte still und mache mich so klein wie möglich, kann aber nicht, um ihnen einen Gefallen zu tun, aus meiner Haut fahren; aber sie sollen mich auch nicht mit Füßen treten, wie sie es eines Tages tun möchten."

Am 6. Oktober verließen der Kronprinz und die Kronprinzessin Venedig, um sich auf drei Wochen nach Baveno am Lago Maggiore zu begeben, wo Sir Morell Mackenzie von neuem seinen Patienten besuchte. Aus der Villa Clara in Baveno schrieb die Kronprinzessin am Oktober:

"Dr. Mackenzie ist gestern morgen abgereist, er wird an Dr. Reid schreiben, sobald er nach Hause kommt. Nach seiner Ansicht bessert Fritzens Gesundheit sich in erfreulicher Weise, es hinge aber alles von ihm und davon ab, daß er nicht spricht und Kälte und Feuchtigkeit vermeidet - dann könnte er in drei oder vier Monaten ganz gesund sein! Wenn Fritz keine Halsschmerzen hat, ist er sehr schwer zu behandeln und widerstrebt jeder Beschränkung, aber ich hoffe, daß er durch die Fortschritte, die er macht, dazu bewogen wird, die Vorschriften der Ärzte zu befolgen..."

In Baveno wurde das kronprinzliche Paar von seinem Sohn Wilhelm besucht, der, wie die Kronprinzessin an die Königin Victoria am 17. Oktober schrieb, "bis jetzt sehr nett, freundlich und liebenswürdig ist". "Heinrich", fügte sie hinzu, "kommt heute abend an und ich hoffe, auch er wird nett sein." Augenscheinlich benahmen sich beide Söhne rücksichtsvoll und höflich, ohne irgendwelche Zweifel an Dr. Mackenzies Fähigkeiten als Arzt auszudrücken.

Inzwischen hatte der alte Kaiser Anzeichen von Herzschwäche gezeigt; sein Gesundheitszustand gab aber noch nicht zu unmittelbaren Befürchtungen Anlaß. Am 31. Oktober schrieb die Kronprinzessin aus der Villa Clara:

"Fritz ist wieder heiserer, aber nicht wegen Erkältung oder aus irgendeinem erkennbaren Grunde - die Stimme ist manchmal besser und dann wieder schlechter. Er wird mit der größten Sorgfalt behandelt und kann sich kaum erkälten. Dem Kaiser scheint es nicht schlechter zu gehen, so daß wir seinetwegen nicht besorgt sind."

Die dauernde Abwesenheit des Kronprinzen von Deutschland verschlechterte die Stimmung in Berlin noch mehr, und als es bekannt wurde, daß er für einige Zeit nach San Remo zu gehen beabsichtige, wuchs die Verstimmung. Am 27. Oktober schrieb die Kronprinzessin an die Königin Victoria:

"Wir reisen am Mittwoch, dem 3. November, nach San Remo und haben die Villa Zirio, die einem Italiener gehört und von ihm gebaut worden ist, gemietet. Ich bin sicher, Kanne kann Dir alles Nötige darüber mitteilen. Sie ist sehr teuer, aber neu und sauber und, wie ich glaube, ganz bequem eingerichtet, was so wichtig für Fritz ist!..."

Wenige Tage später brach das kronprinzliche Paar mit großen Hoffnungen nach San Remo auf. Bis hierher hatten sich Mackenzies optimistische Prophezeiungen fast immer als richtig erwiesen, keine weiteren schlimmen Anzeichen hatten sich gezeigt, so daß die Hoffnung gerechtfertigt war, der Patient befinde sich auf dem besten Wege zur Genesung. Indessen fing in San Remo die dritte Phase seiner Krankheit an, ihren tragischen Ausgang vorzubereiten.

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